1992

Das sportliche Abschneiden der Trampolinabteilung des ASV Einigkeit Süchteln im Jahr 1992 gehört zu den dunkelsten Stunden in der langen Geschichte dieser Abteilung.
Die erste Mannschaft stieg nach dem Abstieg aus der ersten Bundesliga 1991 auch aus der zweiten Bundesliga ab. Dieser Abstieg war aber nur die logische Folge vieler Fehler im sportlichen Bereich. Der Weggang von F. Staude, U. Lösche und T. Pauen zu anderen Vereinen konnte nicht kompensiert werden, und die jungen Nachwuchsturnerinnen waren noch nicht in der Lage die Lücke zu schließen. Hinzu kam eine falsche Einschätzung der eigenen Leistungsstärke, als bekannt wurde, welche Mannschaften in der zweiten Bundesliga Nord starten würden. Für die sogenannten Experten gab es nur einen Absteiger – den TSV Pattensen in der Nähe von Hannover.

Für den ASV Einigkeit Süchteln waren folgende Turnerinnen und Turner für die erste Mannschaft gemeldet worden: Jürgen Sarge, Frank Trimborn, Barbara Kalisch, Simone Hoffmanns, René Knaak, Meike Minkenberg, Jessica Günnemann und Katrin Dedden. Simone Hoffmanns. René Knaak und die drei jungen Nachwuchsturnerinnen trainierten intensiv und regelmäßig auf das zweite Halbjahr mit seinen Mannschaftswettbewerben hin. Nur die Turnerinnen und Turner der Landesligamannschaft nahmen an Einzelwettbewerben des RTB teil.

Zum ersten Wettkampf in der zweiten Bundesliga am 24.10.1992 musste der ASV Süchteln zum TUS Altenessen. Ohne Jürgen Sarge hatten die Süchtelner gegen die routiniert turnenden Altenessener keine Chance und verloren mit 334,7 : 352,8 Punkten. Auch der zweite Wettkampf am 14.11.1992 in eigener Halle gegen TuRa Melle wurde mit 345,2 : 354,6 Punkten recht deutlich verloren. In den Reihen von TuRa Melle turnte eine alle überragende Tina Ludwig, Spitzenturnerin des deutschen Trampolinsports, an diesem Tag bei einer Schwierigkeit von 9,8 einen Gesamtwert von 99,2 Punkten. Am 21.11.1992 musste nun die neu formierte Truppe von Trainer Gerd Kalisch zum Aufstiegsaspiranten TGJ Salzgitter. Was es bedeutete, gezielte und frühzeitige Nachwuchsarbeit zu betreiben, wurde den sechs Startern aus Süchteln – Simone Hoffmanns war in der Zwischenzeit zum Kempener TV gewechselt – in brutalster Weise vor Augen geführt. Keiner der Turner und Turnerinnen war älter als 15 Jahre und alle turnten schon Schwierigkeiten von 7,0 Punkten bei durchschnittlichen Haltungsnoten von 8,9 Punkten. Dem entsprechend war auch die „Klatsche“, die der ASV in Salzgitter bekam: Das Ergebnis lautete 361,3 : 340,7 Punkte. Dass Pattensen an diesem Wochenende auch 338,9 Punkte in Aachen-Burtscheid turnte, schien keinen der Verantwortlichen in der Trampolinabteilung zu benuruhigen. Der zweite Wettkampf in eigener Halle fand am 27.11.1992 gegen TV Burtscheid statt. Auch dieser Vergleichskampf wurde verloren und somit kam es am 6.12.1992 in Pattensen zu dem alles entscheidenden „Showdown“, wer die zweite Bundesliga zu verlassen hatte. Für diesen Wettkampf wurde Barbara Kalisch reaktiviert, ohne auch nur einmal im Training aufs Gerät gestiegen zu sein und Jürgen Sarge unterbrach seinen Urlaub in der Schweiz und traf ca. eine halbe Stunde vor Wettkampfbeginn nach zehnstündiger Fahrt in seinem schicken RO 80 in Pattensen ein. Bei allen Aktiven war schon beim Einturnen eine große Nervosität zu erkennen. Gerd Kalisch stellte nach dem Einturnen die Mannschaft wie folgt auf: Meike Minkenberg, Jessica Günnemann, Katrin Dedden, Barbara Kalisch, Frank Trimborn, René Knaak und Jürgen Sarge. Schon beim Pflichtdurchgang gab es den ersten herben Rückschlag. Die ersten sechs Aktiven waren nicht in der Lage ihre Pflichtübungen sauber und korrekt „aufs Tuch“ zu bekommen. Jürgen Sarge musste seine Pflichtübung sogar abbrechen und turnte gerade mal 19,1 Punkte  statt erhoffter 26,5 Punkte. Auf Grund dieser Tatsache wurde der (erste) Pflichtdurchgang  verloren.  Im ersten Kürdurchgang kam es dann knüppeldick. René Knaak musste schon nach dem ersten Sprung vom Gerät und erhielt nur 6,5 Punkte. Hier hatte der ASV mit guten 30,0 Punkten kalkuliert. Dadurch stand schon zu diesem Zeitpunkt fest, dass das Ruder nicht mehr herumzureißen sein würde und die Trampolinabteilung des ASV Einigkeit Süchteln in der kommenden Saison mit einer völlig neuen und sehr jungen Mannschaft in der Verbandsliga starten würde.
Es bleibt zu erwähnen, dass der zweite Kürdurchgang knapp gewonnen wurde. Das Endergebnis lautete 337,0 : 333,5 Punkte. Nach dieser Niederlage kamen alle Protagonisten aus ihren Schlupflöchern und droschen verbal auf die Abteilungsleitung und Trainer ein.
Es gehört zur Chronistenpflicht aufzuzeichnen, dass neben dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga zehn junge Turnerinnen und Turner in der Landesliga Nord gegen TV Bocholt, TB Frintrop 03, Kempener TV II und TUS Altenessen II sich erfolgreich durchsetzten und nur beim Kempener TV verloren.

1993

Die Wettkampfsaison 1993 begann mit den Rheinischen Meisterschaften am 13. März 93 in Essen-Altenessen. Es war auch zugleich ein Jahr – nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga – des Neubeginns. Nur sporadisch nahmen Turnerinnen und Turner an den Wettkämpfen des Rheinischen Turnerbundes teil  Der Schwerpunkt der Trainingseinheiten war auf den zweiten Teil des Jahres ausgerichtet. Die neu zusammen gestellten Mannschaften sollten so besser zueinander finden und zu einer geschlossenen Einheit zusammenwachsen. Keiner der erfahrenen ehemaligen Turner konnte sie führen und leiten. Sie waren auf sich selbst gestellt. Niederlagen, persönliche Rückschläge, ja sogar Tränen begleiteten den Neuaufbau.

1994

Ende Februar 1994 nahm die Trampolinabteilung am Karnevalszug in Süchteln teil. Motto: Piraten. Andreas Ebus moderierte vom Zugwagen aus mit einer „Flüstertüte“ die gezeigten Darbietungen auf dem Gerät.

Die Trampolinabteilung des Jahn Krefeld-Bockum war Gastgeber für einen Nachwuchswettkampf mit dem ASV-Einigkeit Süchteln. 28 Turnerinnen und Turner vertraten den ASV. In fast allen Altersklassen stellte der ASV die Sieger.

Mit einer personell ähnlich starken Mannschaft beteiligte sich die Trampolinabteilung des ASV Süchteln an den Rheinischen Jahrgangsmeisterschaften in Duisburg. Routiniert und erfahren  wickelte Klaus Bahr von TuRa Duisburg diese Veranstaltung mit acht Wettbewerben und ca. 65 Teilnehmern am 30. April 1994 ab. Für den ASV gab es an diesem Tag nicht viel zu holen. Alle Turnerinnen und Turner blieben weit unter ihrem Leistungsvermögen.

An den Rheinischen Pokalwettkämpfen beim TAT Köln nahm die gesamte Verbandsligamannschaft teil. Es gelang allen Teilnehmern in den Endkampf zu kommen. Diese Veranstaltung fand am 3.5.1994 statt.

Am Deutschen Turnfest in Hamburg waren 20 Aktive und Kampfrichter beteiligt. Die Crew aus Süchteln war in einer Schulklasse gemeinsam untergebracht. Solche Unternehmungen fördern den Zusammenhalt und schaffen die Möglichkeit sich über mehrere Tage genauer mit allen Stärken und Schwächen kennen zu lernen, toleranter miteinander umzugehen und für den Wettkampf Motivationen zu schaffen. Der Auftritt von Georg Hoffmanns beim Seniorenwettkampf ging in der Sporthalle von Hamburg in die Geschichte des Trampolinsports ein.

Eine Legende des Trampolinturnens verabschiedete sich am 25.9.1994 aus der Realschulturnhalle in Süchteln. Gerd Kalisch beendete seine Cheftrainertätigkeit und übergab die Leitung an Frank Trimborn. Zum Abschied sagte Gerd Kalisch wörtlich: „Ich bin in der Zwischenzeit ein sportliches Fossil und kann die jungen Sportler nicht mehr motivieren.“ Tage später stellte Frank Trimborn sein Trainerteam vor. Dazu gehörten Bianca Freiwald, Andreas Ebus, Detlef Liskes und Aktive der Verbandsligamannschaft.

Für die Verbandsligamannschaft turnten Meike Minkenberg, Jessica Günnemann, Katrin Dedden, Ursula Feld, Nadja Hütter, Katja Hoffmanns und erstmalig Julia Hoffmanns.

Die Landesligamannschaft bekam in dieser Saison in neues Profil. Acht Jungen und Mädchen turnten und nahmen an den Mannschaftswettbewerben teil.

1995

Den zweiten Nachwuchswettkampf richtete die Trampolinabeilung des Neersener TB aus. Folgende Vereine nahmen daran teil: Kempener TV, TV Schwafheim, Jahn Bockum, TV Unterbach, TV Budberg und der ASV Süchteln mit 17 Starterinnen. Diese Veranstaltung wurde am 19.3.1995 durchgeführt.

Eine Woche später war dann die Trampolinabteilung des ASV Einigkeit Süchteln Ausrichter der Rheinischen Meisterschaften in der Realschulturnhalle. Zirka 100 Turnerinnen und Turner waren in acht Wettbewerben gemeldet. Für den ASV Einigkeit Süchteln starteten an diesem Tag: Meike Minkenberg, Jessica Günnemann, Nadja Hütter, Katrin Dedden, Ursula Feld, Katja Hoffmanns, Stefanie Brünen, Julia Hoffmanns, Roman Panzer und Stefanie Leven sowie Sonja Hoffmanns. Die Art und Weise, in der die Veranstaltung durchgeführt wurde, erhielt von allen Experten Anerkennung und Lob. Man sprach von einer fast perfekten Show. Die Siegerpokale wurden von der Viersener Bürgermeisterin Marina Hammes und vom Vorsitzenden des ASV Einigkeit Süchteln überreicht. Die meisten Turnerinnen und Turner erreichten die Endkämpfe.

Die offenen Duisburger Meisterschaften am 4.3.1995 boten den Startern bei den rheinischen Meisterschaften die Gelegenheit, unter Wettkampfbedingungen ihr Leistungsniveau zu überprüfen. Alle acht Starter erreichten den Endkampf und fünf von ihnen kamen sogar aufs Treppchen.

An den Jahrgangsmeisterschaften in Kempen am 7.5.1995 nahmen nur vier Turnerinnen teil: Katrin Dedden, Katja Hoffmanns, Ursula Feld und Julia Hoffmanns. Katja, Katrin und Ursula belegten in dieser Reihenfolge die Plätze vier fünf und sechs bei insgesamt 16 Starterinnen.

Der Brühler TV veranstaltete am 27.5.1995 die Rheinischen Synchronmeisterschaften.  Der ASV Süchteln nahm mit drei Paaren teil. Katrin Dedden und Nadja Hütter belegten in einem leistungsstarken Feld den dritten Platz, Katja Hoffmanns und Ursula Feld und auch Julia Hoffmanns und Stefanie Brünen wurden in ihren Gruppen jeweils vierte.

1996

Am 11.3.1996 fand eine Abteilungssitzung im Vorraum der Realschulturnhalle statt. An diesem Abend wurde die Besetzung aller Ämter der Abteilung bis auf die Position des neuen Abteilungsleiters gemäß den Vorschlägen aus der Versammlung einstimmig gewählt.

Am 22. März 1996 wurde Klaus Homey auf der Abteilungssitzung im Vorraum der Realschulturnhalle einstimmig zum neuen Abteilungsleiter der Trampolinabteilung gewählt.

Die I. Mannschaft startete mit folgenden Turnerinnen in der Verbandsliga: Meike Minkenberg, Jessica Günnemann, Katrin Dedden, Ursula Feld, Katja Hoffmanns, Julia Hoffmanns.
Die II. Mannschaft startete mit folgenden Turnerinnen und Turnern in der Landesliga: Maria Schley, Stefanie Brünen, Bianca Pellen, Roman Panzer, Stefanie Leven und Daniela Leven.

In Kooperation mit dem Neersener TB und Jahn Bockum sollten folgende Turnerinnen als III. Mannschaft in der Landesliga Süd starten: Jessica Foerster, M. Moerders, Ch. Bertges, Friederike Dohmesen, Yvonne Zaddach, J. Mähler, Manuela Lehnen und Sonja Hoffmanns.

2002

Um sich in Ruhe neu strukturieren zu können, wurde die Abteilung vorerst der Turnabteilung angegliedert. Mit Hiltrud Roewe (ehemalige Weltmeisterin) stand der Leistungsgruppe eine äußerst kompotente Trainerin zur Verfügung. Noch im selben Jahr der Neuausrichtung zeigten sich positive Ergebnisse, sowohl in den sportlichen Erfolgen wie auch im Zuspruch, den die Abteilung erfuhr.

2003

Bei den Rheinischen Pokalmeisterschaften errangen Nachwuchsathleten beachtliche Erfolge, wobei Eric Trimborn nach ca. 10 Jahren erstmals wieder einen Rheinischen Pokalsieg mit nach Hause brachte und Lana Brües einen sehr guten 5. Platz belegte. Bei den Turnern wurde Mark Schroif Vizemeister im Pokalwettkampf des Rheinischen Turnverbandes. Um Gemeinsamkeit zu fördern, wurde ein gelungenes Sommerfest organisiert.

2004

Das Jahr von Umstrukturierungen, Trainerwechseln und Veränderungen des Nachwuchsbereiches geprägt.Bei den Wettkämpfen des Rheinischen Turnerbundes starteten mehere Aktive im Schüler und Jugendbereich mit vorderen Platzierungen.